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Zeitgeist trifft Wirtschaft.
Perspektiven

Was ist Zeit? Und wie nutzen wir sie gut? Am EOS Forum am Donnerstag, 3. September 2026 trafen unterschiedliche Perspektiven zum Thema «Zeitgeist trifft Wirtschaft» aufeinander. Wobei Prof. Dr. Rudolf Minsch von economiesuisse in seiner Key Note eindrücklich aufzeigte, dass das Wohlergehen der Schweiz direkt verknüpft ist mit dem Wohlergehen der Wirtschaft, insbesondere der Exportwirtschaft. Zeitgeist trifft Schweiz, also. 

Das Impulsreferat von Anna Jelen und das «Generationenbattle» mit Andreas Hasler und Lernenden der EOS Schweiz lieferten interessante Gedankenanstösse, Ein- und Ausblicke für die persönliche Einstellung und Zeitgestaltung. Die Journalistin und Moderatorin Annette Fetscherin führte gekonnt durch den Anlass.

Zeitgeist trifft Wirtschaft. Fakten.

Andreas Hasler von EOS Schweiz präsentierte in einer exklusiven Vorschau interessante Zahlen aus der brandaktuellen E-Commerce-Zahlungsgewohnheiten-Studie von EOS Schweiz. Es erstaunt nicht, dass der Einsatz von KI-Unterstützung auch beim Einzug von Geldforderungen weiter auf dem Vormarsch ist. Die Zeit des uneingeschränkten Vertrauens in KI-Tools scheint jedoch vorbei, 80% der Befragten befürworten die Pflicht zur Offenlegung ethischer Grundsätze beim Programmieren und Trainieren von Künstlicher Intelligenz. Andreas Hasler fasste die Erkenntnisse für das Forderungsmanagement kurz und prägnant zusammen: «Wir wollen besser werden, aber human bleiben. Im Forderungsmanagement hilft Einfühlungsvermögen bei schwierigen Schicksalschlägen oft weiter. In diesen Fällen gilt: Empathie ist Geld.» (Die EOS Studie wird im Herbst 2026 publiziert.)

Einblick in den Zeitgeist der jungen Consumer gab das Generation-Battle mit Andreas Hasler sowie Leon Buqaj und Drilon Maraj (Lernende der EOS Schweiz). Natürlich gingen die Ansichten auseinander – auch innerhalb der gleichen Generation –, ob Zeit tatsächlich Geld ist, Flexibilität oder Struktur besser sei, welche Bezahlungsmittel schnell und bequem sind.

Momente für die Ewigkeit – warum Zeit mehr ist als Geld

Anna Jelen, The Time Expert, nahm in ihrem Impulsreferat die Frage auf: «Wie erleben wir den Wert der Zeit?» Sie plädierte dafür, Zeit als Momente zu sehen. Bewusst emotionale Momente zu gestalten, die als Erinnerungen das Bilderbuch des Lebens füllen. Erlebnisse, die an einem vorbeiziehen, wenn man die Augen schliesst. Wer den ganzen Tag «der Zeit» hinterherrenne, verpasse diese Momente. 
Die menschliche Zeit sei endlich, und niemand wisse, wieviel Zeit ihm oder ihr noch bleibe. Es gehe deshalb nicht darum, viel zu schaffen, sondern viel zu bewirken – für sich, für andere. Anna Jelens Tipp auf Annette Fetscherins Frage nach einem Schnellrezept, wenn man sich wieder einmal im Hamsterrad gefangen fühlt: «Kurz innehalten, den Kopf heben und aus der Adlerperspektive entscheiden was zählt wirklich, jetzt?»

Download Referat Anna Jelen (4.1 MB)

Herausforderungen der Wirtschaft - heute und morgen

Prof. Dr. Rudolf Minsch, Chefökonom beim Wirtschaftsdachverband  economiesuisse, zeigte in der Key Note anhand aktueller, eindrücklicher Zahlen auf, warum die Schweiz im Ländervergleich nach wie vor eine Wohlstandsinsel ist und dieses Wohlhergehen massgeblich mit der starken Exportwirtschaft zusammenhängt. Schon immer, und auch in Zukunft. Über die Hälfte unseres Wohlstandes verdienen wir im Ausland.

Geld allein mache nicht glücklich, aber Zeit sei eben doch Geld, plädierte Rudolf Minsch. Und die Zeit, bzw. der Zeitgeist und damit die Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft und Gesellschaft, ändern sich rasant. Die meisten davon aktuell eher negativ für unser kleines Land. 

Die Weltmärkte fragmentieren sich, Staaten agieren protektionistisch, die Produktion verlagere sich dorthin, wo die Nachfrage sei – Gift für die Exportwirtschaft. Die Einführung der Freihandelsabkommen und bilateralen Verträge sei überlebenswichtig für eine prosperierende Schweiz. Auch innerhalb der Schweiz nehme die Regulierungsdichte und die Belastungen der Wirtschaft zu. Die Überalterung der Bevölkerung und die Migrations-/Arbeitskräftethematik würden in den nächsten Jahren noch viel stärker in unseren Alltag durchschlagen. 

Naivität sei keine Strategie. Die schöne heile Welt des globalen «zusammen sind wir stärker» sei vorbei, die Staaten weltweit agierten wieder egoistisch auf allen Ebenen, nicht nur im Handelsbereich. Verlässlichkeit sei Vergangenheit, Unberechenbar sei das neue Normal. Wake Up! forderte Rudolf Minsch und bat darum, sich für den Wirtschaftsstandort Schweiz einzusetzen.

Download Referat Prof. Dr. Rudolf Minsch (2.5 MB)

Impressionen

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Publikum im Konferenzsaal, im Fokus zwei aufmerksam zuhörende Gäste mit Namensschild vor einer Holzwand, im Hintergrund weitere Zuschauer.