Prof. Dr. Rudolf Minsch, Chefökonom beim Wirtschaftsdachverband economiesuisse, zeigte in der Key Note anhand aktueller, eindrücklicher Zahlen auf, warum die Schweiz im Ländervergleich nach wie vor eine Wohlstandsinsel ist und dieses Wohlhergehen massgeblich mit der starken Exportwirtschaft zusammenhängt. Schon immer, und auch in Zukunft. Über die Hälfte unseres Wohlstandes verdienen wir im Ausland.
Geld allein mache nicht glücklich, aber Zeit sei eben doch Geld, plädierte Rudolf Minsch. Und die Zeit, bzw. der Zeitgeist und damit die Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft und Gesellschaft, ändern sich rasant. Die meisten davon aktuell eher negativ für unser kleines Land.
Die Weltmärkte fragmentieren sich, Staaten agieren protektionistisch, die Produktion verlagere sich dorthin, wo die Nachfrage sei – Gift für die Exportwirtschaft. Die Einführung der Freihandelsabkommen und bilateralen Verträge sei überlebenswichtig für eine prosperierende Schweiz. Auch innerhalb der Schweiz nehme die Regulierungsdichte und die Belastungen der Wirtschaft zu. Die Überalterung der Bevölkerung und die Migrations-/Arbeitskräftethematik würden in den nächsten Jahren noch viel stärker in unseren Alltag durchschlagen.
Naivität sei keine Strategie. Die schöne heile Welt des globalen «zusammen sind wir stärker» sei vorbei, die Staaten weltweit agierten wieder egoistisch auf allen Ebenen, nicht nur im Handelsbereich. Verlässlichkeit sei Vergangenheit, Unberechenbar sei das neue Normal. Wake Up! forderte Rudolf Minsch und bat darum, sich für den Wirtschaftsstandort Schweiz einzusetzen.