Der Boomerang-Effekt von Zahlungsausfällen

Jedes sechste Unternehmen ist durch Zahlungsverzug und Zahlungsausfall in der Existenz bedroht – Preisaufschläge, Personalabbau und Investitionsverzicht sind Gegenmassnahmen. Moderne Zahlungsmethoden werden noch kaum angeboten. Das zeigt die repräsentative EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2018.

  • Die grundsätzliche Zahlungsbereitschaft der Schweizer Kunden hat sich im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt verbessert (2018: 2 Prozent Zahlungsausfälle, 2017: 3 Prozent)
  • Hingegen lassen sich die Kunden mehr Zeit für die Zahlung, bereits jede sechste Rechnung wird verspätetet bezahlt (2018: Verzug bei 16 Prozent der Forderungen, 2017: 15 Prozent)
  • 42 Prozent der Unternehmen in der Schweiz arbeiten regelmässig mit Inkassounternehmen zusammen
  • 7 Prozent der gesamten Unternehmensumsätze werden von den Profis zurückgeholt, eine Verbesserung um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr

Welche Bedeutung der rechtzeitigen Zahlung von Forderungen beikommt, zeigen die Folgen von Verzug und Ausfällen für die Liquidität und die Kapitalkraft der betroffenen Unternehmen. Fast jedes vierte Unternehmen versucht mit Personalabbau und Einstellungsstopp (24%) sowie Preisaufschlägen (23%) den finanziellen Schaden aufzufangen. Eine weitere häufige Massnahme ist der Verzicht auf Investitionen (13% der Unternehmen). Verspätete Zahlungen oder gar das Nichtbegleichen einer Schuld löst also einen klassischen Boomerang-Effekt aus, der die gesamte Gesellschaft trifft. 

Dominanz der klassischen Zahlungswege unangetastet 

Moderne digitale Payment-Methoden sind noch nicht sehr verbreitet. Nur die Online-Überweisung via Drittanbieter (wie z.B. Twint, Paypal u.a.) holt allmählich auf; 28% der Unternehmen bieten diese Zahlungsmethode an. Es dürfte sich dabei hauptsächlich um Anbieter von Online- und Offline-Shops mit hohen Volumen an Klein-Käufen handeln. Mit 3 bis 5 % Verbreitung noch völlig unbedeutend sind die Zahlung per Mobile Payment oder eWallets. Kryptowährungen sind in aller Munde, aber gerade mal ein Prozent bieten entsprechende Zahlungsoptionen. Übrigens schneidet die Schweiz diesbezüglich nicht besser ab als die europäischen Länder.

Weitere Ergebnisse der Studie im Magazin auf dieser Website: https://ch.eos-solutions.com/press/infographics.html

Die gesamteuropäischen Ergebnisse der EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten 2018“: https://de.eos-solutions.com/press/surveys.html#paymentpractices2018