Digital Bezahlen: Europas Unternehmen hinken hinterher.

Die Zahl der Kunden, die digital bezahlen, wächst – doch das Angebot der Unternehmen hält nicht mit. Insbesondere E-Wallets werden nur selten unterstützt. EOS CEO Klaus Engberding warnt: „Unternehmen gefährden ihre Wettbewerbsfähigkeit“.

Studien
  • Nur jedes dritte europäische Unternehmen bietet digitale Bezahlmethoden an.
  • Vor allem in Westeuropa legt Mobile Payment zu, Kryptowährungen spielen kaum eine Rolle.
  • Firmen sollten die EU-Richtlinie PSD2 zum Anlass nehmen, ihr Angebot zu erweitern, sagt EOS CEO Klaus Engberding.

Die Payment Services Directive 2, kurz PSD2, ist längst in Kraft getreten. Die zweite finale Stufe von der Bafin erstmal aufgeschoben. Das Regelwerk soll den digitalen Zahlungsverkehr sicherer machen, der rasant an Bedeutung gewinnt. Wie wenig Europas Unternehmen mit dieser Entwicklung Schritt halten, zeigt die Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2019. Für die Studie wurden bereits zum zwölften Mal im Auftrag des Finanzdienstleisters EOS 3.400 Unternehmen in 17 europäischen Ländern befragt.

Digitale Zahlungsmethoden: EOS Studie zu bargeldlosem Bezahlen
Wie gut sind Europas Unternehmen in Sachen digitale Zahlungsmethoden aufgestellt? Die EOS Studie beweist: Da ist noch Luft nach oben!

Nur 28 Prozent der europäischen Unternehmen bieten überhaupt digitale Zahlungsmethoden an, so die EOS Studie – dabei werden bis 2023 über 75 Prozent der Bevölkerung digitale Zahlungsmethoden verwenden, so eine Prognose des Daten-Dienstleisters Statista. „Unternehmen, die sich dieser Entwicklung nicht anpassen, gefährden ihre Wettbewerbsfähigkeit. Insbesondere klassische Grossunternehmen müssen solche Funktionen anbieten, allen voran E-Wallet-Lösungen“ sagt Klaus Engberding, Vorsitzender der Geschäftsführung der EOS Gruppe, „aber viele Unternehmen hinken hinterher.“

In Osteuropa ging das Angebot zurück.

Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede. In Westeuropa bietet ein Drittel aller Unternehmen (32 Prozent) Digital Payment an – ein Anstieg um sechs Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. In den osteuropäischen Ländern ist es nur gut ein Viertel (26 Prozent) – im Vorjahr waren es noch 30 Prozent.

Besonders mager ist das Angebot beim Bezahlen mit E-Wallet-Diensten. Für Privatkunden bieten nur 6 Prozent der europäischen Unternehmen eine solche Funktion an, für Geschäftskunden gerade einmal 3 Prozent. Am gängigsten sind Online-Überweisungen über Drittanbieter. Hier beträgt der Anteil 20 Prozent für Privatkundinnen und -kunden und 24 Prozent für Unternehmen. Auf niedrigem Niveau zugelegt haben Mobile-Payment-Funktionen: Ihr Anteil stieg von 5 auf 7 Prozent. Auch hier gibt es allerdings ein deutliches Ost-West-Gefälle: In den westeuropäischen Ländern ist der Anteil von 6 auf 10 Prozent angestiegen, während er im Osten unverändert bei 5 Prozent liegt. Kryptowährungen spielen mit 1 Prozent fast gar keine Rolle.

Cybersecurity ist nicht immer komfortabel – aber alternativlos. Wenn wir die E-Commerce-Innovationen wollen, die mit PSD2 möglich werden, führt kein Weg daran vorbei.
Klaus Engberding, CEO

Was PSD2 für Unternehmen bedeutet.

„Unternehmen sollten PSD2 zum Anlass nehmen, ihre digitalen Bezahlangebote zu erweitern“, sagt Engberding. „Die finale Einführung der neuen Regelung wird kommen. Dann müssen sie ohnehin ihre bestehenden Angebote überprüfen.“ So braucht jeder Zahlungsdienstleister eine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder der entsprechenden Aufsichtsbehörde eines anderen EU-Landes. Pflicht wird dann die so genannte starke Kundenauthentifizierung: Kunden müssen bei Online- und Kartenzahlungen zwei Sicherheitsmerkmale bestätigen, zum Beispiel eine PIN und eine TAN – wobei die TAN nur noch digital erzeugt werden darf, TAN-Listen auf Papier sind dann nicht mehr erlaubt. Unternehmen, die dann keine PSD2-konformen Zahlungen anbieten, drohen Strafen und Bussgelder.

EOS Geschäftsführer Klaus Engberding
„Die Einführung von PSD2 sollten Unternehmen zum Anlass nehmen, ihre digitalen Bezahlangebote zu erweitern“, sagt EOS Geschäftsführer Klaus Engberding

„Die Verwirrung bei den Kunden ist vorprogrammiert. Vertraute Bezahlvorgänge und Banking-Apps werden auf einmal nicht mehr so funktionieren wie gewohnt“, sagt Engberding. „Cybersecurity ist nicht immer komfortabel – aber alternativlos. Wenn wir die E-Commerce-Innovationen wollen, die mit PSD2 möglich werden, führt kein Weg daran vorbei.“

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Photo credits: visual space / Getty Images, Thomas Kappes, Jann Klee / EOS

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