EOS bringt verschuldete Immobilien wieder zurück in den Kreislauf.

In vielen Städten auf der Welt stehen Gebäude leer und zerfallen. EOS sorgt dafür, dass diese Immobilien wieder genutzt werden können. Davon profitieren nicht nur potenzielle Bewohner*innen und das Stadtbild, sondern auch die Umwelt.

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  • Bauruinen: Konsequenz aus Insolvenzen bei Bauträgern  
  • Wie ein Forderungskäufer sie zurück in den Kreislauf führt, und sich um die Fertigstellung solcher Immobilien kümmert.
  • Fertigstellung ist gut für die Umwelt, das Stadtbild und den lokalen Immobilienmarkt.

Es hatte gut angefangen. Die Fassade stand, Kabel, Wasserleitungen, Fliesen waren verlegt, Fenster, Türen, Küchen, Badezimmer verbaut, die Wände verputzt. „Tychis“ – Griechisch für „Glück“ – nannte der Eigentümer seinerzeit das Bauvorhaben: sechs Millionen Euro teuer, 3.073 Quadratmeter gross, 2.000 davon als Büros vorn, 1.073 als Wohnungen hinten. Es sollte ein Vorzeigeprojekt werden in der Nachbarschaft. Doch es kam anders.

Vom Vorzeigeprojekt zum Schandfleck – und zurück.

Nach mehreren Jahren der Nutzung bekam der Eigentümer finanzielle Probleme. Apartments und Büros wurden zurückgelassen, das Gebäude zerfiel. Zerbrochene Fensterscheiben, Müll auf den Wegen und Graffiti an den Wänden – eine perfekte Kulisse für einen Horrorfilm, und das alles mitten in einem gutbürgerlichen Wohnviertel im Süden Athens, wenige Kilometer vom alten internationalen Flughafen entfernt. So wurde das „Glück“ zum Schandfleck.

„Das Gebäude war in einem Zombie­Zustand“, sagt auch Karel Smerak, Director Capital Markets & Transactions bei EOS. „Aber wir wollten ihm eine zweite Chance geben.“ Zwölf Jahre war das Grundstück sich selbst überlassen gewesen, bis EOS auf der Bildfläche auftauchte. „Wir wollten eine Lösung finden“, sagt Karel, „damit die Immobilie wieder genutzt werden kann.“

Completion of derelict buildings: Karel Smerak, Director Capital Markets & Transactions at EOS
Wir bauen das Haus nicht von Grund auf neu, sondern nutzen die vorhandene Bausubstanz und schaffen daraus ein neues Gebäude – energieeffizient und passend zur Umgebung. Karel Smerak, Group Director – Capital Markets and Transactions

Immobilien zu neuem Leben erweckt.

Karel, 42 Jahre alt, koordiniert das internationale Immobiliengeschäft bei EOS. Er sagt, in Immobilien zu investieren sei für EOS ein logischer nächster Schritt gewesen. „Als erfahrener Inkassodienstleister hat EOS schon immer in notleidende Kredite investiert“, sagt Karel. „Für uns ist das unser Kerngeschäft.“ Da habe es sich angeboten, das Businessmodell weiterzuentwickeln und auch Immobilien und Bauprojekte aufzunehmen, deren Eigentümer kurz vor der Insolvenz stehen oder bei denen der Bau bereits zum Stillstand gekommen ist.
Mithilfe von EOS können diese Immobilien zu neuem Leben erweckt und genutzt werden. Dazu kauft EOS die Schulden von der Bank auf, springt als neuer Gläubiger oder Eigentümer ein und versucht, die Immobilien zu entschulden. Zugleich findet EOS Wege, wie die Immobilien fertiggestellt beziehungsweise wieder nutzbar gemacht werden können. „Häufig ist die Situation bei der Bank seit Jahren eingefroren“, sagt Karel. EOS, als neuer Investor, habe den Vorteil, mit dem*der säumigen Zahler*in oder dem*der Insolvenzverwalter*in ganz anders in die Verhandlung gehen zu können, zielgerichteter, effektiver. „Wir haben die Kapazitäten, die Erfahrung und das Know-how“, sagt Karel. „Wir können konstruktiv schauen: Was sind die technischen, rechtlichen und finanziellen Probleme? Diese versuchen wir zu lösen.“ Ein Prozess, der kompliziert sein kann. Aber es lohnt sich. 

Nach 12 Jahren Stillstand endlich neuer Glanz.

Stillgelegte Lagerhallen und Wohngebäude werden mithilfe von EOS fertiggestellt. Hotels und Einkaufszentren können endlich eröffnet beziehungsweise wiedereröffnet werden. In die Jahre gekommene Altbauten werden saniert und Wohnungen privaten Käufer*innen angeboten, zu vernünftigen Preisen. „Wir bringen in Probleme geratene Immobilien wieder zurück in den Kreislauf“, sagt Karel, „auch wenn sie schon in einem Zombie-Zustand sind.“ So wie das Gebäude in Athens Süden. 
Das erstrahlt heute, nach gut zwölf Jahren Stillstand, zunehmend in neuem Glanz. Im Juli dieses Jahres kaufte EOS die Immobilie mit den Schulden von der Bank, seitdem hat sich einiges getan. „Zuerst wurde das Gebäude gründlich gereinigt, der Müll beseitigt und die Graffiti entfernt“, sagt Yannis ­Delikanakis, 54, Mitbegründer von SouthRock, einem Joint-Venture-Unternehmen von EOS. Gleichzeitig wurde für Sicherheit auf dem Gelände gesorgt. Der nächste Schritt: die Sanierung.

Eine Art „Recycling“ von Gebäuden.

Doch was sollte mit dem Gebäude überhaupt passieren? Der Bedarf an neuen Wohnungen in der Gegend war gross. Also suchte EOS das Gespräch mit Bauträgern. „Im Moment diskutieren wir zwei Möglichkeiten“, sagt Delikanakis: „Entweder starten wir eine Partnerschaft und sanieren das Gebäude gemeinsam. Oder wir verkaufen es direkt weiter an die Bauträger.“ So oder so werde das Gebäude fertiggestellt, damit es nach all den Jahren endlich wieder genutzt werden könne. Ein nachhaltiger Mehrwert, nicht nur für die Nachbarschaft.
„Es ist eine Art Recycling von Gebäuden“, sagt Karel. „Denn wir bauen das Haus nicht von Grund auf neu, sondern nutzen die vorhandene Bausubstanz und schaffen daraus ein neues Gebäude – energieeffizient und passend zur Umgebung.“ Und davon profitieren alle: die Umwelt, die durch den reduzierten Materialeinsatz und Energieverbrauch weniger belastet wird; die Bank, die von den Forderungen befreit wird; die Menschen, die die Wohnungen kaufen und darin leben können; das Stadtbild, das verschönert und aufgewertet wird.
„In vielen Städten gibt es Immobilien, die teilweise jahrelang dem Verfall ausgeliefert sind“, sagt Karel. Athen sei da kein Einzelfall. Allerdings: Das „Zombie-Haus“ sei das beste Beispiel, warum es sich lohnen würde, ungenutzte Häuser wieder zurück ins Leben zu bringen. „Es war der grösste Schandfleck in der Umgebung“, ergänzt Delikanakis, der Partner von EOS in Griechenland. „Jetzt hoffen wir, es zum Stolz der Nachbarschaft zu machen.“

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Photo credits: Stocksy

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