Baustelle «Cyber Security» im Forderungsmanagement (Uniquement en allemand)

  • Über die Hälfte der Schweizer Unternehmen hält Cyber Security für ein Topthema im Forderungsmanagement der nächsten Jahre – nicht mal jedes vierte praktiziert bereits aktive Massnahmen
  • Klassische Zahlungsmethoden dominieren nach wie vor, die digitalen Optionen holen nur wenig auf
  • Jede fünzigste Rechnung wird nie bezahlt – Milliardenschäden für die Wirtschaft

Kloten, 14. November 2019 – Angesichts immer neuer Nachrichten über gehackte Konten und erbeutete Passwörter erstaunt dieses Ergebnis: Ausgerechnet im sensiblen Finanzbereich steht das Thema Cyber Security auch in Schweizer Unternehmen nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2019 des Finanzdienstleisters EOS in 17 europäischen Ländern. Danach rechnen zwar 54 Prozent der Schweizer Finanzentscheider damit, dass Cyber Security in den kommenden beiden Jahren ein Trendthema im Forderungsmanagement sein wird und sind damit sensibilisierter als ihre Kollegen in Deutschland (nur 35%; europaweit 49%). Bedenklich:

Erst 23 Prozent der Finanz-Entscheider in der Schweiz beschäftigen sich heute überhaupt mit diesem Thema. Der Anteil bisher noch passiver Unternehmen im Umgang mit Cyber Security im Forderungsmanagement ist hierzulande sogar am grössten in ganz Europa! 31% der befragten Finanzentscheider stimmen zwar zu, dass Cyber Security ein wichtiges Thema ist, praktizieren im eigenen Unternehmen aber noch keine spezifischen Massnahmen. Etwas besser sieht es beim Datenschutz aus. Da geben 66 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen entsprechende Massnahmen ergriffen habe.

Cyber Security ist mehr als nur Datenschutz

Europaweit führend ist Dänemark, in Sachen Datenschutzmassnahmen (81% der Unternehmen) wie auch hinsichtlich Cyber Security, das fast drei Viertel der Unternehmen aktiv angehen. Der Schutz personenbezogener Daten ist ein wichtiger Teil der Sicherheit auch von Zahlungsdaten. „Cyber Security ist allerdings ein weit grösseres Feld als Datenschutz“, weiss Gunnar Woitack, Chief Information Security Officer (CISO) der EOS Gruppe. „Hier geht es auch darum, Mitarbeiter für Gefahren, die zum Beispiel von Schadsoftware ausgehen, zu sensibilisieren und klare Sicherheitsprozesse im Unternehmen zu etablieren. Das ausser Acht zu lassen, ist fahrlässig und kann zu hohen wirtschaftlichen Schäden führen. Nach meiner Einschätzung besteht hier in vielen Unternehmen noch massiver Investitionsbedarf.“ Um die grösstmögliche Datensicherheit zu gewährleisten, sollten Unternehmen beispielsweise regelmässig spezialisierte Hacker mit sogenannten Penetrations-Tests beauftragen: Sie suchen dabei die Systeme nach Schlupflöchern ab, damit diese geschlossen werden können. „Wir tun das regelmässig für die mehr als 60 EOS Unternehmen in 26 Ländern“, sagt Woitack.

Dominanz der klassischen Zahlungswege unangetastet

Die Schweiz – wie auch Europa – zahlt immer noch gerne konventionell. Der Kauf auf Rechnung sowie die Überweisung gehören mit über achtzig Prozent zu den am häufigsten angebotenen Zahlungsarten.

Moderne digitale Payment-Methoden haben im Vergleich zum Vorjahr nur wenig aufholen können. Die Möglichkeit, mit Online-Überweisung via Drittanbieter zu bezahlen, ist bei den befragten Unternehmen sogar leicht zurückgegangen auf 26%. Etwas Boden gut gemacht haben die Zahlungsmethoden Mobile Payment (7%) oder eWallets (5%). Europaweit liegt beim Mobile Payment ebenfalls Dänemark vorne, 28% der Unternehmen bieten diese Option an. Deutschland ist in der Sparte E-Wallets führend, fast jedes siebte befragte Unternehmen lässt solche digitalen Zahlungen zu.

Grundsätzliche Zahlungsbereitschaft unverändert

Die grundsätzliche Zahlungsbereitschaft der Schweizer Kunden ist mit 82% pünktlich bezahlter Rechnungen im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben, ebenso der Anteil an verspätet, aber doch noch bezahlten Rechnungen. Komplette Zahlungsaufälle müssen die Unternehmen bei immerhin 2% aller Forderungen hinnehmen – insgesamt rund 11 Milliarden Schweizer Franken gehen so der Schweizer Wirtschaft jährlich verloren.

Über die repräsentative EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2019

Gemeinsam mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Kantar befragte EOS 3.400 Unternehmen in 17 europäischen Ländern via Telefoninterviews zu den dortigen Zahlungsgewohnheiten. Jeweils 200 Unternehmen (mit je mehr als fünf Millionen Euro Jahresumsatz) aus Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn beantworteten im Frühjahr 2019 Fragen zu eigenen Zahlungserfahrungen sowie zu aktuellen Themen im Risiko- und Forderungsmanagement. Die jährlich stattfindende Studie wurde von EOS bereits zum zwölften Mal durchgeführt.

Die EOS Gruppe

Die EOS Gruppe ist einer der führenden internationalen Anbieter von individuellen Finanzdienstleistungen. Als Experte bei der Bewertung und Bearbeitung von Forderungen setzt EOS auf neue Technologien, um seinen rund 20.000 Kundinnen und Kunden in 26 Ländern finanzielle Sicherheit durch smarte Services zu bieten. Den Schwerpunkt bildet das Forderungsmanagement. Im Kern stehen dabei drei Geschäftsfelder: Treuhandinkasso, Forderungskauf und Business Process Outsourcing.

In einem internationalen Netzwerk von Partnerunternehmen verfügt die EOS Gruppe mit knapp 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mehr als 60 Tochterunternehmen über Ressourcen in über 180 Ländern. Hauptzielbranchen sind Banken, Versorgungsunternehmen, der Telekommunikationsmarkt, der Immobiliensektor, Distanzhandel und E-Commerce sowie Institutionen der öffentlichen Hand.

Weitere Informationen: www.eos-solutions.com

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