NPL-Deals in alten und neuen Märkten.

Die EOS Gruppe baut ihre Position als Investor weltweit aus. So reagiert sie auf das steigende Interesse der Banken an Transaktionen.

Finanzmärkte

Für Jelena Jović Milentijević endete 2017 äusserst erfolgreich. Am letzten Tag des Jahres setzte die Geschäftsführerin von EOS Matrix in Serbien ihre Unterschrift unter den Kaufvertrag für ein gemischtes B2B-Portfolio der Sberbank. „Mit 14 Jahren Erfahrung bei Forderungskäufen sind wir heute Marktführer in Serbien“, so Jović Milentijević. In den vergangenen Jahren veräusserten dortige Banken verstärkt notleidende Kredite (Englisch: Non-Performing Loans, kurz NPL). Marko Micanović, Leiter der Restrukturierungs- und Workout-Abteilung bei der Sberbank, erklärt, warum: „In früheren Jahren wollten Banken mit Forderungsverkäufen vor allem ihre Bilanzen entlasten. Heute möchten sie mithilfe solcher Transaktionen ihre Risikovorsorge für ausfallende Kredite reduzieren.“ Denn die Bankenaufseher fordern von europäischen Geldhäusern hohe Kapitalpuffer für Kreditausfälle. Massenhaft Verkäufe gibt es bei der Sberbank allerdings nicht. „Wir analysieren vor einem Verkauf von Fall zu Fall, für welche Produktgruppen oder Kundensegmente sich eine Transaktion lohnt. Im Fall des Portfolios, das wir an EOS verkauft haben, überwogen die Vorteile die Kosten deutlich.“

Spanien und Italien dominieren den NPL-Markt.

Die EOS Gruppe baut ihre Aktivitäten als Investor aus. Allein in Osteuropa investierte sie im zurückliegenden Geschäftsjahr 167 Millionen Euro. Auch in Westeuropa hat sie zahlreiche Chancen genutzt. Beispiel Spanien: Die Iberer dominierten 2017 neben Italien den europäischen NPL-Markt. Spanische Banken haben rund 131 Milliarden Euro an notleidenden Forderungen in ihren Büchern – viel Potenzial für Verkäufe. Davon profitierte EOS Spain. Unter anderem akquirierte das Unternehmen 2017 ein unbesichertes NPL-Portfolio der Abanca mit einem Nominalwert von 476 Millionen Euro. „Wir haben unsere Position als einer der bedeutendsten institutionellen Investoren im Land weiter ausgebaut“, sagt Manuel González, Geschäftsführer von EOS Spain.

Wachsender Markt: In Serbien verkaufen Banken mehr notleidende Kredite.

Verkäufe statt Treuhandinkasso.

Auf der anderen Seite des Atlantiks gab EOS hingegen sein Debüt als Forderungskäufer: Anfang 2018 gelang EOS Canada ein erster Deal mit der Canadian Tire Bank. „Das Portfolio mit einem Nominalwert von umgerechnet 39 Millionen Euro umfasst 17.000 B2C-Fälle“, erklärt Geschäftsführer Jim Shaw. „Wir beobachten, dass immer mehr Kreditinstitute hierzulande auf Forderungsverkäufe statt auf die treuhänderische Bearbeitung setzen.“ Somit dürfte auch in Kanada der erste Kauf nicht der letzte bleiben.

Spezialist für schwierige Portfolios.

EOS Immobilienworkout hat erneut seine Expertise beim Erwerb besicherter Forderungen bewiesen: Im April 2018 kaufte die deutsche EOS Tochter ein besichertes B2B-Portfolio von der Investmentgesellschaft Oaktree Capital Management. Die Darlehens­forderungen in Höhe von neun Millionen Euro sind besichert mit einem Lagerhallenkomplex im niedersächsischen Celle, mit einer Mehrzweck­immobilie in Cuxhaven und einem Shoppingcenter auf der Insel Rügen. Lennard Istel, Vice President Real Estate Germany bei Oaktree, sagt: „Das Portfolio hat eine gute Qualität – war aber sehr erklärungsbedürftig. Mit EOS Immobilienworkout haben wir einen Käufer gefunden, der über eine hervorragende Expertise in diesem Bereich verfügt.“

Jochen Prinz, Geschäftsführer von EOS Immobilienworkout, be­stätigt: „Das Portfolio passt perfekt in unser Investitionsraster. Wir verfügen über langjährige Erfahrung in der Bewertung und Abwicklung von Gewerbe- und Retailimmobilien.“

Teilen

Drucken