Anspruchsvolle Geschäfte gemeinsam meistern.

Teamwork ist alles beim Kauf besicherter Forderungen. Die EOS Experten aus dem Bereich International Contracts und dem Transaction Center NPL secured bringen komplexe Deals unter Dach und Fach.

Finanzmärkte

Tolles Wetter, die Elbphilharmonie funkelt in der Sonne – diesen Ausblick von seinem Büro in der Hamburger EOS Zentrale kann Karel Smerak nur selten geniessen. Und das hat ausnahmsweise nichts mit dem norddeutschen Wetter zu tun. Auf seinem Schreibtisch liegen neben der aktuellen „Economist“-Ausgabe Dutzende von Visitenkarten, Mitbringsel seiner jüngsten Reise. „Im Schnitt bin ich drei Wochen im Monat unterwegs“, erklärt Smerak, einer der zwei Direktoren des Transaction Centers NPL secured Osteuropa. Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Polen: Vor Ort knüpft der gebürtige Tscheche Kontakte zu Banken, Transaktionsberatern und Immobiliengutachtern. Smerak verpasst kaum eine Branchenmesse oder -konferenz. Fünf Tage im Monat hat er für „Relationship-Management“ reserviert. Er will das Gras wachsen hören, wissen, wann ein neues besichertes Portfolio mit notleidenden Krediten (Englisch: Non-Performing Loans, kurz NPL) zum Kauf angeboten wird – bestenfalls bevor die Konkurrenz davon Wind bekommt.

„Den direkten Kontakt zu Verkäufern und Beratern zu pflegen, ist sehr wichtig.“
Karel Smerak, Direktor des Transaction Centers NPL secured Osteuropa

Noch mehr Reisezeit – etwa zwei Wochen im Monat – verwendet Smerak für die Arbeit an laufenden Akquisitionen besicherter Portfolios. Regelmässig begleiten ihn dabei Kollegen aus der Abteilung International Contracts. Zu ihnen gehört Konstantin Pistorius. „Wir arbeiten während des gesamten Kaufprozesses zusammen und häufig noch weit darüber hinaus“, sagt der Syndikusrechtsanwalt. „Dabei prüfen wir nicht nur wie ein Backoffice die Verträge rechtlich. Wir sind beispielsweise auch dabei, wenn EOS mit Verkäufern und Co-Investoren verhandelt. So tragen wir dazu bei, Transaktionen zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.“ Daneben zählt es zu den Aufgaben von International Contracts, Risiken zu minimieren sowie sicherzustellen, dass EOS die übernommenen Verpflichtungen auch einhalten kann.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit beginnt meist, wenn zwischen dem Verkäufer und EOS eine Vertraulichkeitsvereinbarung geschlossen wird. Dann sind die Bekanntgabe erster Informationen zum Portfolio sowie die formelle Interessenbekundung seitens EOS bereits abgehakt. Es folgt häufig eine nicht bindende Phase: Der Verkäufer stellt ausgewählten Investoren detailliertere Informationen zum Portfolio zur Verfügung. „Die Qualität dieser Daten ist einer der entscheidenden Aspekte“, sagt Smerak.

Wie funktioniert der Kauf besicherter Forderungen bei EOS?
Das International Contracts-Team von Freda Stockfleth ist mit dabei, wenn EOS über NPL-Käufe verhandelt.

Gutes Standing erarbeitet.

Auf dieser Grundlage geben die Investoren Angebote ab, woraus sich der Verkäufer das attraktivste aussucht. „Dabei spielt nicht nur der Preis eine Rolle“, sagt Pistorius. Wichtig sei auch der gute Ruf des Investors: Schützt er die Reputation des Verkäufers? Kann er vertragliche Zusagen halten? „Wir haben uns ein sehr gutes Standing erarbeitet“, so Smerak. Gehört das Angebot von EOS zu den besten, was meist der Fall ist, geht es mit der bindenden Phase des Verkaufsprozesses weiter. „Dann beginnt für uns die inhaltliche Arbeit“, sagt Pistorius. Um den Wert der Sicherheiten, also der Immobilien, abschätzen zu können, zieht EOS lokale Gutachter hinzu. Anschliessend analysiert der Bereich Secured Portfolio Valuation bei EOS die Sicherheiten. Dann modellieren die Experten die Cashflows und entwickeln Szenarien für die Verwertung des Portfolios. Zudem gilt es, Anwälte vor Ort zu finden, die sich in dem jeweiligen Rechtssystem auskennen, Berater zu koordinieren, die optimale Ankaufsstruktur auszuloten und letztlich den Kaufvertragsentwurf des Verkäufers zu bearbeiten. Läuft alles nach Plan, erhält EOS schliesslich den Zuschlag.

Bei besicherten NPL-Transaktionen ist also echtes Teamwork gefragt – und Durchhaltevermögen. Denn vom Angebot bis zum Abschluss, dem sogenannten Closing, vergehen in der Regel einige Monate. 15 Projekte betreut Smerak im Schnitt gleichzeitig. Zwei bis drei davon befinden sich in der heissen Phase. Deswegen ist er ständig unterwegs. „Den direkten Kontakt zu Verkäufern und Beratern zu pflegen ist sehr wichtig“, betont er. Den Ausblick auf die Elbphilharmonie wird er auch künftig eher selten geniessen können.

Das war die Challenge: Profitable, wasserdichte Deals.

Die verschiedenen Rechtssysteme in den osteuropäischen Ländern sind eine Herausforderung beim Kauf besicherter NPL-Portfolios. Die Experten von EOS müssen nicht nur die Transaktionen unter Dach und Fach bringen, sondern auch immer lokale Anforderungen beachten. Weil die jeweils geltenden Gesetze und Regularien der einzelnen Länder sehr unterschiedlich sein können, bauen die Experten in der Hamburger Zentrale auf lokales Know-how. Ausser mit den zwölf eigenen Tochterfirmen in der Region Osteuropa arbeiten sie eng mit lokalen Beratern zusammen.

Volle Konzentration.

Europäische Banken verkaufen zunehmend besicherte notleidende Forderungen. Darauf ist EOS vorbereitet. Mit der neuen Abteilung Secured Portfolio Valuation in der Hamburger Zentrale stärkt der Konzern seine Rolle als Investor im besicherten Segment. „In den vergangenen Jahren haben wir die EOS Unternehmen in zahlreichen Ländern bei Transaktionen unterstützt. Nun steht den internationalen Kollegen gleich ein ganzes Team mit Spezialisten für die Bewertung besicherter Portfolios zur Seite“, sagt Sebastian Pollmer, Head of Secured Portfolio Valuation.

Eine der Kernaufgaben seines Teams: die Qualität und den Wert der Immobilien, die als Kreditsicherheiten in den Portfolios hinterlegt sind, zu beurteilen. Ziel ist es, faire Kaufpreise für die Pakete zu finden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Denn: „In Zukunft möchten wir dieses Segment in der EOS Gruppe weiter stärken und in neue Märkte expandieren“, erklärt Pollmer.

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