Das EOS Board blickt zurück auf ein erfolgreiches 2017/18.

Die Mitglieder der Geschäftsführung lassen das hervorragend verlaufene Bilanzjahr Revue passieren. Sie erläutern, wie sich der EOS Konzern gegen einen starken Wettbewerb behauptet hat.

Jahresbericht

Klaus Engberding – Vorsitzender der Geschäftsführung der EOS Gruppe.

» Der EOS Konzern hat sich im vergangenen Geschäftsjahr sehr positiv entwickelt. Dabei denke ich nicht nur an das exzellente Ergebnis. Erfolg ist für mich viel mehr: Ich meine damit vor allem den Fortschritt der EOS Gruppe bei Digitalisierung und Kulturwandel. Wie wir bei EOS zusammenarbeiten und neue Ideen entwickeln – das ist für mich entscheidend. Damit legen wir heute die Basis für unseren künftigen Erfolg. Mit unserem neuen Purpose „For a debt-free world“ haben wir ein branchenweit einmaliges Mindset in der EOS Gruppe etabliert: Wir geben säumigen Zahlern Tag für Tag die faire Chance, ihre Schulden abzubauen. Damit unterstreichen wir unser Ziel, Qualitätsführer im Forderungsmanagement zu bleiben. Zusätzliche Handlungsspielräume eröffnet unsere neue Vision: „We are a globally connected financial investor driven by technology and entrepreneurial spirit.“ Schon in den vergangenen Jahren haben wir verstärkt notleidende Forderungen akquiriert und damit unsere Rolle als Investor ausgebaut. Diese wollen wir künftig weiter stärken. Dabei unterstützt uns eine moderne IT, in deren Entwicklung wir weltweit die grösste Investition in der Geschichte der EOS Gruppe tätigen. Künftig nutzen wir mit dem Center of Analytics gruppenweit Advanced Analytics. Datenanalysen sind die Voraussetzung für unsere selbstlernende Inkassosoftware, die es uns erlaubt, individuell für jeden säumigen Zahler die nächste beste Aktion durchzuführen.

Doch digitale Technologien sind nur ein Schlüssel für unsere künftige positive Entwicklung. Wir schaffen an vielen Stellen die Grundlagen für kollaboratives, flexibles und zukunftsfähiges Arbeiten. Indem wir den Mitarbeitern grössere Handlungsspielräume geben, werden wir agiler und effizienter. Damit machen wir unsere Entscheidungen schneller und besser. Gleichzeitig verankern wir eine moderne Geisteshaltung bei EOS: Wir stärken das Unternehmertum. Der Mut, Neues zu wagen, und das Vertrauen darauf, dass wir dabei erfolgreich sein werden, machen für mich die neue Einstellung in der Gruppe aus.

Mit qualitativ hochwertigen Services und digitalen Technologien verfolgen wir unser Ziel, unsere führende Stellung in der Branche zu sichern. Performance, Digitalisierung und der Kulturwandel sind die zentralen Bausteine unseres zukünftigen Erfolgs. «

Dr. Andreas Witzig – Geschäftsführer der EOS Gruppe und zuständig für die Regionen Westeuropa sowie Nordamerika.

» Mit einem Umsatzzuwachs von 46,4 Prozent haben wir in der Region Westeuropa im zurückliegenden Geschäftsjahr erneut ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Insgesamt haben wir dort 240,4 Millionen Euro umgesetzt. Ein Grund ist die operativ erfreuliche Geschäftsentwicklung in Frankreich, Belgien, Spanien und der Schweiz. In Frankreich und Belgien beruht die Umsatzsteigerung auf der erstmals ganzjährigen Berücksichtigung der im Juli 2016 erworbenen Gesellschaften der Contentia Gruppe. Zudem trugen die Gesellschaften in Frankreich, Spanien, Belgien und EOS Schweiz aufgrund der Geschäftsjahres-Harmonisierung mit zwei zusätzlichen Monaten zum Umsatz bei.

Hohe Investitionen in Forderungskäufe in Frankreich und Spanien im Geschäftsjahr 2016/17 wirkten sich ebenfalls überaus positiv auf die Umsatzentwicklung aus. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) liegt deutlich über dem der Vorjahre.

Die Investitionen in Forderungskäufe überstiegen, bereinigt um Portugal, moderat den Plan. Da EOS in Portugal keine eigene Gesellschaft betreibt, bearbeitet ein Partnerunternehmen die dort von uns akquirierten Assets. Insbesondere die Gesellschaften in Frankreich, Spanien und Dänemark konnten ihre geplanten Investitionen trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfelds klar übertreffen.

In der Region Nordamerika lag der Umsatz unter dem des Vorjahrs. In den USA ist der Vertrag über die Bearbeitung von staatlichen Studentendarlehen zum Anfang des Geschäftsjahrs ausgelaufen. Einen leichten Umsatzanstieg konnten wir im Healthcare-Bereich erzielen. In Kanada lagen Umsatz und Ergebnis deutlich über dem vorangegangenen Geschäftsjahr und über Plan. Zudem haben wir dort erstmals in Forderungskäufe investiert. «

Andreas Kropp – Geschäftsführer der EOS Gruppe und zuständig für Deutschland.

» In Deutschland freuen wir uns über eine deutliche Steigerung des Umsatzes im Geschäftsjahr 2017/18. Mit 327,5 Millionen Euro lag er 7,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch das Ergebnis vor Steuern (EBT) übertraf unsere Erwartungen deutlich. Zu dieser sehr positiven Entwicklung trug unter anderem die starke operative Entwicklung der EOS Health Honorarmanagement bei, deren Ergebnis über Plan und Vorjahr lag.

Auch im Bereich des unbesicherten Inkassos konnten wir das Ergebnis des Vorjahrs übertreffen – trotz der wie geplant höheren Kosten. EOS profitierte hierbei von seiner langjährigen Erfahrung und der guten Reputation.

Bei der Bearbeitung immobilienbesicherter Forderungen und dem Ankauf von Immobilien überstieg das Ergebnis in Deutschland das des vorangegangenen Jahres deutlich. In diesem Geschäftsfeld lagen die Investitionen unter dem sehr hohen Vorjahresniveau. Grund waren der sehr preis­aggressive Wettbewerb und eine hohe Einmalinvestition im immobilienbesicherten Segment im Geschäftsjahr 2016/17. Das Investitionsvolumen im unbesicherten Inkasso fiel geringer aus als im Vorjahr. Im Treuhandinkasso ist der deutsche Markt weiterhin margenschwach. Hier setzen wir auch künftig auf qualitativ hochwertige und nachhaltige Services.  

Im zurückliegenden Berichtsjahr haben wir erneut intensiv in die Entwicklung der neuen Forderungsmanagement-Software „Best Next Inkasso“ investiert. Von 2018 bis 2022 führen wir dieses System sukzessive ein. Dadurch ändern sich die Geschäfts- und Arbeitsprozesse der deutschen B2C-Inkassogesellschaften grundlegend. Mithilfe der neuen Technologie werden wir die Produktivität und Schnelligkeit unserer Inkassoabläufe deutlich erhöhen. Das bringt Vorteile für Kunden und säumige Zahler gleichermassen. So tragen wir als grösster Markt in der EOS Gruppe auch in Zukunft massgeblich zum hohen Ertragsniveau bei. «

Marwin Ramcke – Geschäftführer der EOS Gruppe und zuständig für die Region Osteuropa.

» Der Umsatz in der Region Osteuropa lag im vergangenen Geschäftsjahr mit 183,2 Millionen Euro auf dem bislang höchsten Wert in der Geschichte des EOS Konzerns. Wir konnten das bereits hervorragende Niveau des Vorjahrs um 39,4 Prozent steigern. Zum Zuwachs trugen insbesondere die deutlich gestiegenen Umsätze aus Forderungskäufen in Kroatien und Ungarn bei. Russland konnte seinen Umsatz aufgrund einer stark verbesserten Performance der angekauften Forderungen ebenso steigern. Und auch die Gesellschaften in Polen und Rumänien übertrafen das hohe Umsatzniveau des Vorjahrs. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte ebenfalls einen neuen Höchstwert. Rekordwerte in Kroatien, Ungarn und Rumänien sowie die positive Entwicklung in Tschechien, Russland, der Slowakei und Polen stützten das hervorragende Ergebnis massgeblich. Zudem trugen einige Gesellschaften aufgrund der Harmonisierung des Geschäftsjahrs mit 14 Monaten zum Jahresergebnis bei.

Die Investitionen in Forderungskäufe haben wir in Osteuropa im Vergleich zum bereits sehr hohen Vorjahresniveau noch einmal deutlich gesteigert. Vor allem die Akquisitionen in Kroatien, Bulgarien und Ungarn übertrafen den Plan weit. Ebenfalls über dem Vorjahr lagen die Investitionen in Rumänien, der Slowakei, Polen und Serbien. Hier zahlt sich die Ende 2016 begonnene Strategie aus, in besicherte notleidende Forderungen (Englisch: Non-Performing Loans, kurz NPL) zu investieren. Um diese weiter voranzutreiben, bauen wir in immer mehr osteuropäischen Ländern unsere Kapazitäten zur Bearbeitung besicherter NPL-Portfolios aus.

Mit unserer „Kollecto plus“-Software setzen wir in Osteuropa zudem auf eine smarte Steuerung von Forderungspaketen und bauen diese kontinuierlich aus. So sichern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft. «

Justus Hecking-Veltman – Geschäftsführer der EOS Gruppe und verantwortlich für Finanzen.

» Ein überragendes Geschäftsjahr – so lässt sich das Ergebnis des EOS Konzerns 2017/18 zusammenfassen. Durch eine operativ sehr starke Entwicklung lag das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit 271,5 Millionen Euro 39 Prozent über dem Vorjahr. Damit übertraf es den Plan deutlich. Analog zum EBT hat der EOS Konzern auch den Umsatz signifikant gesteigert: Er lag bei 795 Millionen Euro. Das sind 19,8 Prozent mehr als 2016/17. Da wir das Geschäftsjahr im Gesamtkonzern auf den 28. Februar umgestellt haben, trugen 30 Gesellschaften in West- und Osteuropa mit zwei zusätzlichen Monaten zur Umsatzentwicklung bei.

Der EOS Konzern hat sich erneut in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld behauptet. Im Segment Forderungskäufe hat die Mehrzahl der weltweit führenden Akteure ihre Investitionen in den Ankauf notleidender Forderungen verstärkt. Niedrige Inflationsraten und Leitzinsen sowie eine expansive Geldpolitik dämpfen die Renditeerwartungen vieler auch branchenfremder Investoren. Da gleichzeitig deren Liquiditätsausstattung wächst, steigen Wettbewerb und Preisdruck. Das Investitionsvolumen in Forderungskäufe des EOS Konzerns befindet sich mit 0,5 Milliarden Euro weiter auf einem hohen Niveau. Wir haben in den vergangenen drei Jahren international intensiv in gute Portfolios investiert. Dabei profitieren wir von unseren langjährigen Erfahrungen bei der Bewertung unbesicherter Forderungen und auch davon, dass wir unser Know-how gerade in der Bewertung und Bearbeitung besicherter Forderungspakete in zahlreichen Regionen ausgebaut haben.

Künftig wollen wir unsere Investitionen noch ausweiten. Ein vorrangiges Wachstumsfeld sehen wir im Ankauf besicherter notleidender Forderungen. Gleichzeitig werden wir verstärkt Akquisitionen in weiteren Assetklassen prüfen. Auch für Direkt­investments in Immobilien nutzen wir in Zukunft unsere umfangreichen Erfahrungen bei deren Bewertung und Entwicklung.

Um Portfolios noch besser einschätzen und deren Bearbeitung zunehmend effizienter aussteuern zu können, investieren wir kontinuierlich in unsere IT-Systeme und werden die Möglichkeiten zur Steuerung auf Basis analytischer Verfahren noch stärker nutzen. Auf diese Weise steigern wir unsere Effizienz und sichern unsere Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft. «

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