So geht nachhaltiges Investment: IFC und EOS starten Plattform für notleidende Kredite und Immobilien in Osteuropa.

  • EOS und IFC fördern mit gemeinsamer Plattform Wirtschaft in Osteuropa
  • Ankauf und Bearbeitung notleidender Kredite und Immobilien in Kroatien, Serbien, Rumänien sowie Bosnien und Herzegowina
  • 129 Millionen Euro Investitionsvolumen über drei Jahre
  • EOS stärkt soziale, umweltorientierte und Governance-Aspekte im NPL-Geschäft 

Geschwächten Unternehmen zu Liquidität verhelfen. Kriselnde Volkswirtschaften ankurbeln. Und bei all dem Rücksicht auf soziale und Umweltgefahren nehmen?
EOS und die Weltbank-Tochter „International Finance Corporation“ (IFC) sind angetreten, um zu beweisen: Das geht.

Logo der IFC

Die IFC, ein Mitglied der Weltbankgruppe, ist die größte globale Entwicklungsbank, die sich mit dem Privatsektor in Schwellenländern befasst. Seit fast 70 Jahren nutzt sie in mehr als 100 Ländern ihr Kapital und ihre Expertise, sowie ihren Einfluss, um Märkte und Chancen in Entwicklungsländern zu schaffen. Im Geschäftsjahr 2022 investierte die IFC die Rekordsumme von 32,8 Milliarden USD für Privatunternehmen und Finanzinstitutionen. Damit schöpft sie das Potential des Privatsektors aus, um dem Ziel näher zu kommen, extreme Armut zu beenden und gemeinsamen Wohlstand zu steigern, während die Volkswirtschaften mit den Auswirkungen der sich weltweit verschärfenden Krisen zu kämpfen haben. 2009 rief die IFC DARP (Distressed Asset Recovery Program) als Antwort auf die Weltfinanzkrise ins Leben. Ein Programm, das bei der Akquise und der Realisierung notleidender Kredite unterstützt, und so Individuen und Unternehmen die Chance zu Refinanzierung und Restrukturierung gab. EOS als NPL-Spezialist und die IFC arbeiten bereits 2010 bei diesem Programm im Bereich notleidende Assets zusammen. Weitere Informationen finden Sie unter www.ifc.org.

Gemeinsame NPL-Plattform für Osteuropa.

Ihre gemeinsame Investitionsplattform DARP NPL EOS II ist eine Chance für Banken und Finanzinstitutionen in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Rumänien und Serbien, um Risiken abzufedern, die ihnen durch Non-performing Loans (NPL) drohen. Dabei liegt der Fokus auf dem Kauf und der Bearbeitung von immobilienbesicherten Forderungen oder Real Estate Owned Assets, also Immobilien aus Zwangsversteigerungen. Der Launch der Plattform ist aber auch ein Startschuss für eine einzigartige neue Zusammenarbeit von IFC und EOS, die das Thema Nachhaltigkeit in der Finanzbranche bedeutend voranbringen kann. Gemeinsam investieren EOS und die IFC innerhalb von drei Jahren 129 Millionen Euro in die neue DARP-Plattform für Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Rumänien und Serbien. Denn gerade in diesen Ländern werden Investitionen in NPLs derzeit dringend gebraucht. „Das mit EOS gegründete Joint Venture ist im wesentlichen ein Bestandteil der Reaktion der IFC auf die COVID-19-Krise. Durch die Abwicklung notleidender Kredite wollen wir Finanzinstituten in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Rumänien und Serbien dabei helfen, Kapital freizusetzen, die Liquidität zu erhöhen und einen anhaltenden Finanzierungsstau abzuwenden.", sagt Vittorio Di Bello, IFC's Regional Head of Industry for Financial Institutions in Europe.

Liquidität für geschwächte Volkswirtschaften.

Die dortigen Regierungen haben versucht, einem Anstieg der NPL-Quote infolge der Coronakrise entgegenzusteuern, unter anderem mit Schuldenerlassen und günstigen Rückzahlungskonditionen. Nach einer kurzfristigen Erholung ab 2021 hat sich die wirtschaftliche Lage erneut verschlechtert, insbesondere durch den Krieg in der Ukraine. Die Folge: eine wachsende Zahl von „Stage 2 Loans“, die für ein signifikantes Kreditrisiko stehen. Die Fähigkeit, notleidende Kredite bearbeiten zu können, ist ein entscheidender Faktor, um Finanzsysteme zu stabilisieren. Verbraucher*innen können ihre Verbindlichkeiten normalisieren, Banken und Investor*innen wiederum erhalten die Liquidität, die sie dringend brauchen, um neue Kredite oder Projekte zu finanzieren. Kurz: Durch den Verkauf notleidender Forderungen können sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. 

EOS konkretisiert seinen Nachhaltigkeitsanspruch.

EOS wiederum stärke nicht nur sein Geschäft in der Region, sagt Carsten Tidow, Geschäftsführer der EOS Gruppe und verantwortlich für die Region Osteuropa: „Ein entscheidender Punkt der Zusammenarbeit ist die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten bei der Auswahl und Bearbeitung der NPL und Immobilien.“ Die IFC entwicklelte eigene Performance-Standards für Umwelt,- Sozialbereiche, die EOS in seine Prozesse implementieren wird. Diese stellen die Vermeidung von Umweltschäden, den gerechten und sozialverantwortlichen Umgang mit Kreditkund*innen sowie den Schutz von kulturellen Gütern auf eine Stufe mit den operativen und finanziellen Zielen. „IFC und EOS verfolgen einen langfristigen Ansatz, um in Märkte für notleidende Vermögenswerte in Schwellenländern zu investieren und diese zu entwickeln. Ihre Stärke aus der Kombination von solider Kapitalausstattung, operativer Kapazität und Expertise – wird dazu beitragen, in den Zielmärkten das NPL Volumen abzubauen. Und das im Einklang mit den IFC-Performance Standards unter Umwelt- und Sozialaspekten.“, fasst Ariane Di Iorio, Chief Investment Officer & Global Head, Distressed Asset Recovery Program, von der IFC zusammen.

Ein entscheidender Punkt der Zusammenarbeit mit der IFC ist die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten bei der Auswahl und Bearbeitung der NPL und Immobilien.
Carsten Tidow
Geschäftsführer der EOS Gruppe und verantwortlich für die Region Osteuropa

Nachhaltigkeitsrisiken werden vor dem Ankauf identifiziert.

Bereits vor dem Ankauf werden etwa Portfolios oder einzelne Assets einem ESG-Screening unterzogen. So lassen sich frühzeitig Risiken erkennen, mit dem Ziel Umweltprobleme zu vermeiden und soziale Verträglichkeit im NPL Geschäft zu stärken. Typische Beispiele dafür sind Immobilien auf kontaminierten Grundstücken oder Unternehmen mit mangelhaften Arbeits-, Sicherheits- oder Gesundheitsstandards. „Als Mitglied der Otto Group ist es uns seit Langem ein Anliegen, nachhaltiges wirtschaftliches Handeln in den Fokus unserer Arbeit zu stellen“, sagt Carsten. Durch das Projekt mit IFC nimmt dieser Anspruch noch konkretere Formen an.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Am 20. September 2022 haben EOS und die IFC ihre Zusammenarbeit bei einem Festakt offiziell besiegelt. Die Unterschriften sind das Ergebnis langer und intensiver Vorarbeiten: Die IFC prüfte im Rahmen ihrer Due Diligence intensiv und sehr sorgfältig die EOS Gruppe sowie deren Arbeitsweise, Regularien, interne Prozesse und auch die Aufstellung im ESG-Bereich. Erst im Anschluss an das aus Sicht der IFC positive Prüfungsergebnis konnte es darangehen, die Plattform für die Zusammenarbeit aufzusetzen. Hierfür musste eine für EOS völlig neue Investmentstruktur entwickelt werden, sagt Jan Ottenbreit, Director Transactions and Asset Management der EOS Group. Fähige Dienstleister identifizieren und für sich gewinnen, Verträge ausarbeiten, Prozesse aufsetzen – das sei „eine große, aber auch lehrreiche Erfahrung gewesen“, meint Jan: „Wie ein Hausbau, bei dem man kein Fertighaus kauft, sondern Stein-auf-Stein jeden Handschlag selbst macht. Das ist anstrengend, aber es fühlt sich nachher umso besser an.“

Nachhaltige NPL-Plattform: Mitarbeiter*innen von EOS arbeiten Vertragsdetails für den Start der Zusammenarbeit mit der IFC aus.

Vor allem, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. „Die Zusammenarbeit zwischen IFC und EOS war während der gesamten Zeit partnerschaftlich und vertrauensvoll“, sagt Lars Naundorf, Principal Counsel von EOS Corporate Legal. „Und wir alle hatten den unbedingten Willen, dieses komplexe Projekt gemeinsam zum Erfolg zu führen.“

Ein Erfolg für EOS, für die IFC, aber auch für das Ziel eines nachhaltigen und fairen Forderungsmanagements.

Möchten Sie mehr über die Zusammenarbeit von IFC und EOS erfahren? Kontaktieren Sie uns gern.

Sabrina Ebeling
Corporate Communications & Marketing

Phone: +49 40 2850-1480

s.ebeling@eos-solutions.com

Photo credits:  Nemanja Maraš, IFC, Benne Ochs